Nachrichten und Anrufe · 4 Min. Lesezeit

Verbreitete Irrtümer über WhatsApp

Über WhatsApp kursieren viele Behauptungen in Kettenbriefen und im Bekanntenkreis. Manche sind nur ungenau, manche richten echten Schaden an: Wer eine gefälschte „Premium“-Version installiert, riskiert den Ausschluss des Kontos oder Datendiebstahl. Hier die häufigsten, jeweils mit einer kurzen Einordnung, was stimmt.

In diesem Artikel
  1. „WhatsApp wird kostenpflichtig, wenn du diese Nachricht nicht weiterleitest“
  2. „Meta liest meine Nachrichten“
  3. „WhatsApp Gold bietet mehr Funktionen“
  4. „Wenn ich die blauen Haken ausschalte, weiß niemand, dass ich gelesen habe“
  5. „Was viele weitergeleitet haben, stimmt bestimmt“
  6. „Wenn ich die App lösche, wird auch mein Konto gelöscht“
  7. Wenn es nicht klappt

„WhatsApp wird kostenpflichtig, wenn du diese Nachricht nicht weiterleitest“

Falsch. Dieser Kettenbrief taucht seit Jahren immer wieder auf, mal angeblich „vom CEO von WhatsApp“, mal mit einer Änderung „ab morgen Mitternacht“, und verspricht, dass kostenlos bleibt, wer ihn an zehn Kontakte weiterleitet. Laut Hilfe ist WhatsApp eine kostenlose App, für die Nutzung muss nichts bezahlt werden. Verlangt jemand trotzdem Geld dafür, ist das Betrug. Über Änderungen informiert WhatsApp nicht per Kettenbrief, sondern in der App, im Chat des offiziellen, verifizierten WhatsApp-Kontos oder im Blog.

Lupe über einer Sprechblase, unter der Linse ein Fragezeichen
Ein Teil der Behauptungen über WhatsApp ist falsch, einige gefährden sogar das Konto.

„Meta liest meine Nachrichten“

Für private Chats falsch. Nachrichten, Anrufe, Fotos und Sprachnachrichten zwischen Privatpersonen sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt: Die Verschlüsselung erfolgt auf dem Smartphone des Absenders, den Schlüssel haben nur die Gesprächsteilnehmer, daher können weder WhatsApp noch Meta sie lesen oder anhören. Was dagegen stimmt:

  • Metadaten: WhatsApp erhebt bestimmte Daten, etwa die Telefonnummer und technische Verbindungsdaten, nicht aber den Inhalt der Nachrichten.
  • Unternehmen: Verwaltet ein Unternehmen Kundennachrichten über einen Dienst von Meta, wird das im Chat angezeigt, und diese Chats gelten nicht als Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
  • Meta AI: Die KI sieht nur Nachrichten, die man ihr selbst schickt oder weiterleitet.
  • Meldung: Wer jemanden meldet, übermittelt WhatsApp die letzten fünf Nachrichten der gemeldeten Person.
  • Die Verschlüsselung lässt sich pro Chat überprüfen: In der Kontaktinfo unter „Verschlüsselung“ werden ein 60-stelliger Code und ein QR-Code angezeigt.

„WhatsApp Gold bietet mehr Funktionen“

Falsch. Eine offizielle Version namens „WhatsApp Gold“ gibt es nicht, und auch keine separat herunterladbare App „WhatsApp Plus“; Nachrichten, die darauf verweisen, führen zu Seiten, die Schadsoftware verbreiten. (WhatsApp Plus ist 2026 der Name eines Cloud-Speicher-Abos, das innerhalb der offiziellen App gekauft werden kann, kein eigenes Programm.) Dasselbe gilt für GB WhatsApp, FM WhatsApp und ähnliche modifizierte Apps, die heimliches Mitlesen oder mehr Anpassungsmöglichkeiten versprechen. Laut WhatsApp-Hilfe verstößt ihre Nutzung gegen die Nutzungsbedingungen, die Verschlüsselung ist nicht gewährleistet, und das Konto kann deswegen vorübergehend oder dauerhaft ausgeschlossen werden. Auch die Meldung „Du brauchst die offizielle WhatsApp-App, damit du dich anmelden kannst“ weist darauf hin. Die Lösung: die inoffizielle App löschen und das offizielle WhatsApp aus dem App Store oder von Google Play installieren. Wenn das Konto bereits gesperrt wurde: WhatsApp-Konto gesperrt oder ausgeschlossen: Gründe und Einspruch.

„Wenn ich die blauen Haken ausschalte, weiß niemand, dass ich gelesen habe“

Nur teilweise richtig. Die „Lesebestätigungen“ lassen sich im Menü „Datenschutz“ ausschalten; dann sieht der Absender in Einzelchats keine blauen Haken. Die Grenzen:

  • In Gruppenchats werden Lesebestätigungen immer gesendet und lassen sich nicht ausschalten; dasselbe gilt für das Abspielen von Sprachnachrichten.
  • Die Einstellung gilt gegenseitig: Wer sie ausschaltet, sieht selbst auch nicht, ob andere die eigenen Nachrichten gelesen haben, und bei Statusmeldungen nicht immer, wer sie angesehen hat.
  • „Zuletzt online und online“ ist eine eigene Einstellung; ist sie sichtbar, sieht der Kontakt, dass der Empfänger gerade online war.

„Was viele weitergeleitet haben, stimmt bestimmt“

Falsch. Die Kennzeichnung „Weitergeleitet“ bedeutet nur, dass der Absender die Nachricht nicht selbst geschrieben hat. Die mit einem Doppelpfeil markierte Kennzeichnung „Häufig weitergeleitet“ zeigt, dass sie mindestens fünf Chats durchlaufen hat – über ihre Glaubwürdigkeit sagt das nichts aus. Solche Nachrichten lassen sich jeweils nur an einen Chat weiterleiten, gerade um Falschmeldungen zu bremsen.

„Wenn ich die App lösche, wird auch mein Konto gelöscht“

Falsch. Nach dem Deinstallieren der App bleibt das Konto bestehen und lässt sich nach einer Neuinstallation wieder registrieren. Die endgültige Löschung wird in der App gestartet: WhatsApp-Konto löschen.

Wenn es nicht klappt

Woran erkenne ich, dass eine Nachricht wirklich von WhatsApp kommt?

Das offizielle WhatsApp-Konto ist mit einem Verifizierungsabzeichen und der Beschreibung als offizielles WhatsApp-Konto gekennzeichnet; in diesen Chat kann man nicht schreiben, und es fragt keine persönlichen Daten ab. Eine „WhatsApp-Nachricht“ ohne Abzeichen ist Betrug.

Ich habe GB WhatsApp benutzt. Verliere ich beim Wechsel meine Chats?

Laut Hilfe ist die Übertragung eines in einer inoffiziellen App erstellten Backups nicht garantiert. Am besten wichtige Fotos separat sichern und dann die offizielle App mit derselben Nummer registrieren.

Was tun, wenn jemand einen Kettenbrief schickt?

Nicht weiterleiten. Am besten dem Absender sagen, dass die Nachricht falsch ist; wer ständig solche Nachrichten schickt, kann gemeldet werden.

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