WhatsApp-Konto gesperrt oder ausgeschlossen: Gründe und Einspruch
Erscheint beim Öffnen von WhatsApp statt der Chats eine Sperrmeldung, hat WhatsApp das Konto wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen ausgeschlossen. Nicht jede Sperre ist endgültig: Eine vorübergehende Sperre lässt sich durch den Wechsel zur offiziellen App aufheben, gegen eine dauerhafte kann in der App eine Prüfung angefordert werden.
In diesem Artikel
Zwei verschiedene Meldungen
- „Vorübergehend gesperrt“: Laut Hilfe bedeutet das fast immer, dass das Konto mit einer inoffiziellen, modifizierten WhatsApp-App genutzt wird oder dass der Verdacht besteht, dass jemand auf unzulässige Weise Daten sammelt (Telefonnummern, Profilbilder, Status). Die App kann einen Countdown anzeigen. Wechselt der Nutzer nicht zur offiziellen App, kann die Sperre dauerhaft werden.
- „Diese Telefonnummer kann WhatsApp nicht verwenden“: Das ist der Kontoausschluss. Die Meldung enthält die Telefonnummer und weist darauf hin, dass eine Prüfung angefordert werden kann; laut Hilfe sind die meisten Prüfungen innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen.
- Eingeschränktes Konto: eine mildere Maßnahme, bei der das Konto bestehen bleibt, aber eine Zeit lang keine neuen Chats starten kann. WhatsApp setzt sie bei Verdacht auf Spam ein.
Warum schließt WhatsApp ein Konto aus?
Die Entscheidung trifft meist ein automatisches System anhand des Kontoverhaltens und von Nutzermeldungen, denn den Inhalt Ende-zu-Ende-verschlüsselter Nachrichten kann WhatsApp nicht sehen. Die häufigsten Gründe:
- Spam und Massennachrichten: dieselbe Nachricht an viele unbekannte Nummern, automatisierter Versand oder nicht private, geschäftliche Massennutzung. Wenn viele den Absender blockieren und melden, ist auch das ein Warnsignal.
- Inoffizielle Apps: Die Hilfe nennt GB WhatsApp, FM WhatsApp, TeleMessage und TM WhatsApp namentlich. Sie verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen und können auch Schadsoftware enthalten.
- Betrug und gefährliche Aktivitäten: irreführende Angebote, Belästigung anderer, illegale Inhalte.
- Datensammeln (Scraping): automatisches Auslesen der Daten anderer.
- Geerbte Sperre: Bei einer neuen Telefonnummer kann es vorkommen, dass der vorherige Inhaber der Nummer gegen die Regeln verstoßen hat.
Prüfung anfordern – Schritt für Schritt
- WhatsApp auf dem Smartphone öffnen, auf dem die Sperrmeldung erschienen ist.
- Auf „Prüfung anfordern“ tippen und den Schritten folgen. Gibt es ein Textfeld, kurz und sachlich beschreiben, wofür das Konto genutzt wird und warum die Entscheidung falsch ist.
- Der Status der Anfrage lässt sich in der App verfolgen. Über die Entscheidung informiert eine WhatsApp-Benachrichtigung.
- Ein Einspruch gilt nur für eine Telefonnummer. Wiederholte Anfragen, Nachrichten von einem anderen Konto oder E-Mails beschleunigen die Prüfung nicht und beeinflussen die Entscheidung nicht.
Vorübergehende Sperre: Wechsel zur offiziellen App
Bei Nutzung einer inoffiziellen Version kann auch eine solche Systemnachricht erscheinen: „Du brauchst die offizielle WhatsApp-App, damit du dich anmelden kannst“ oder „Du wurdest abgemeldet, weil du eine inoffizielle App benutzt hast.“ Was zu tun ist: Die modifizierte App entfernen, das offizielle WhatsApp von whatsapp.com/download oder aus dem App Store herunterladen und die Nummer erneut registrieren. Die Übertragung von Backups aus einer inoffiziellen App garantiert WhatsApp nicht, daher kann ein Teil der alten Chats verloren gehen.
Wenn die Sperre aufgehoben wird
Nach erfolgreicher Prüfung zeigt die App an: „Dieses Konto kann WhatsApp jetzt verwenden.“ Danach muss die Telefonnummer erneut verifiziert werden, genau wie bei der Registrierung. Während der Sperre sind Chatverlauf und Backups nicht zugänglich, nach der Aufhebung lässt sich das Backup aber wiederherstellen. Erscheint keine Option zur Prüfung oder wurde die Anfrage abgelehnt, ist die Sperre endgültig, und das Konto geht samt Chats verloren.
Worauf man nicht hereinfallen sollte
- Kostenpflichtige „Entsperrdienste“: Laut Hilfe kann kein Drittanbieter ein Konto ausschließen oder wieder freischalten; das kann nur WhatsApp. Wer gegen Geld eine Entsperrung verspricht, ist ein Betrüger: Häufige Betrugsmaschen auf WhatsApp.
- Drohende Nachrichten: Nachrichten und Links nach dem Muster „Dein Konto wird innerhalb von 24 Stunden gesperrt“ sind Phishing. Über eine echte Sperre informiert die App selbst.
- Die Sperre umgehen: Wer das regelwidrige Verhalten mit einer neuen Nummer fortsetzt, riskiert, dass auch das neue Konto gesperrt wird.
Wenn es nicht klappt
Mein Konto wurde gehackt und wegen des Angreifers gesperrt. Was kann ich tun?
Beim Anfordern der Prüfung sollte erwähnt werden, dass eine fremde Person das Konto genutzt hat. Die Hilfe warnt außerdem, dass die Meldung eines gehackten Kontos zum Ausschluss führen kann; zuerst sollte man daher versuchen, das Konto zurückzuholen: Gehacktes WhatsApp-Konto zurückholen.
Ich habe sehr viele Nachrichten auf einmal erhalten. Kann ich deshalb gesperrt werden?
Nein. Laut Hilfe führt es nicht zu einer Sperre, wenn jemand viele Nachrichten auf einmal erhält (zum Beispiel wegen einer öffentlich geteilten Nummer). Das Risiko liegt im Versand vieler Nachrichten an Unbekannte.
Gilt dasselbe für die Sperre eines WhatsApp Business-Kontos?
Teilweise. Für die WhatsApp Business-App und die Business-Plattform gelten zusätzlich eigene Geschäfts- und Handelsrichtlinien, und die Hilfe beschreibt für sie ein eigenes Prüfverfahren.