Häufige Betrugsmaschen auf WhatsApp und wie man sie erkennt
Auf WhatsApp kann jeder, der eine Telefonnummer kennt, an diese Nummer schreiben, auch ohne in den Kontakten gespeichert zu sein. Das nutzen Betrüger aus: Sie geben sich als Familienmitglieder, Personalvermittler, Anlageberater oder WhatsApp-Mitarbeiter aus. Ihr Ziel ist fast immer dasselbe: Geld, Kartendaten oder der sechsstellige Registrierungscode, mit dem sich das Konto übernehmen lässt.
In diesem Artikel
„Ich habe dir aus Versehen meinen Code geschickt“
Eine bekannte (oder bekannt wirkende) Nummer schreibt, sie habe versehentlich einen Code für die Nummer des Empfängers angefordert, und bittet um Weiterleitung. Tatsächlich hat der Betrüger eine Registrierung mit der Telefonnummer des Empfängers gestartet, und der per SMS eingehende sechsstellige Code ist der Schlüssel zum eigenen Konto des Empfängers. Wer ihn weiterleitet, sperrt sich selbst aus, und der Betrüger schreibt in seinem Namen an die Kontakte. Oft ist das Konto des Bekannten selbst gehackt, daher die seltsame Bitte.
- Kommt ein WhatsApp-Code, ohne angefordert worden zu sein, hat jemand versucht, sich mit dieser Nummer zu registrieren; den Code dann einfach ignorieren.
- Zusätzlichen Schutz bieten die Verifizierung in zwei Schritten und ein Passkey (im Menü „Einstellungen“ > „Konto“): Ohne sie reicht der Code allein auf einem neuen Gerät nicht aus.
- Wenn der Code bereits verschickt wurde: Gehacktes WhatsApp-Konto zurückholen: die ersten Schritte.
„Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“
Die Nachricht kommt von einer unbekannten Nummer: Das Kind, Enkelkind oder Geschwister hat angeblich das Handy fallen lassen, schreibt deshalb von einer neuen Nummer und bittet, sie zu speichern. Nach ein paar Nachrichten folgt der eigentliche Zweck: Eine Rechnung müsse dringend bezahlt werden, aber das Online-Banking funktioniere auf dem neuen Handy noch nicht. Der Betrüger beginnt ohne Namen und wartet, bis die angeschriebene Person den Namen selbst nennt. Verräterisch ist, dass er Anrufe nicht annimmt („Kann gerade nicht reden“) und drängt. Die sichere Prüfung: die alte, bekannte Nummer anrufen oder etwas fragen, das nur das echte Familienmitglied wissen kann.
Investment-Gruppen und Krypto-Tipps
Ein Unbekannter fügt den Nutzer zu einer Gruppe hinzu, in der ein „Lehrer“ oder „Analyst“ tägliche Tipps teilt und die anderen Mitglieder begeistert ihre Gewinne zeigen. Viele Mitglieder sind Helfer des Betrügers oder Bots. Später soll Geld auf eine eigene „Handelsplattform“ eingezahlt werden; der dort angezeigte Gewinn ist nicht echt, und eine Auszahlung wäre erst nach Zahlung einer weiteren „Gebühr“ oder „Steuer“ möglich, zu der es nie kommt.
- Fügt ein nicht gespeicherter Kontakt den Nutzer zu einer unbekannten Gruppe hinzu, zeigt WhatsApp vor dem Öffnen des Chats eine Übersicht zur Gruppe, und die Gruppe lässt sich von dort verlassen, ohne sie zu öffnen.
- Mit der Einstellung „Datenschutz“ > „Gruppen“ lässt sich einschränken, wer zu Gruppen hinzufügen darf (Details: Datenschutzeinstellungen von WhatsApp).
- Garantierte hohe Renditen und Zeitdruck („nur heute“, „letzte Plätze“) sind schon für sich Warnsignale.
Fake-Jobs: Geld für Likes und Bewertungen
Eine Person, die sich als Recruiter eines bekannten Unternehmens ausgibt, schreibt: ein bis zwei Stunden Heimarbeit pro Tag, bezahlt für das Liken von Videos oder das Bewerten von Produkten. Für die ersten Aufgaben gibt es tatsächlich einen kleinen Betrag, um Vertrauen aufzubauen. Dann folgen „Premium-Aufgaben“, für die zuerst Geld eingezahlt werden muss, und der angesammelte „Verdienst“ lässt sich nie auszahlen. Ein echter Arbeitgeber verlangt kein Geld für Arbeit und rekrutiert nicht unvermittelt per WhatsApp-Nachricht.
Falscher WhatsApp-Support und kostenpflichtige Entsperrung
- Falscher Support: Das WhatsApp-Supportteam schreibt im Chat nur mit Verifizierungsabzeichen und der Kennzeichnung als offizielles Supportkonto, per E-Mail nur von einer Adresse mit @support.whatsapp.com.
- Entsperrung gegen Geld: WhatsApp ist kostenlos, und auch die Prüfung einer Sperre ist kostenlos. Wer gegen Gebühr eine Entsperrung verspricht, will Daten oder Geld. Der offizielle Weg: WhatsApp-Konto gesperrt oder ausgeschlossen: Gründe und Einspruch.
- Verdächtige Links: Betrüger tarnen Adressen mit ähnlich aussehenden Zeichen; warnt WhatsApp vor ungewöhnlichen Zeichen in einem Link, diesen nicht öffnen.
Erkennen, blockieren, melden
Bei der ersten Nachricht von einer unbekannten Nummer zeigt WhatsApp an, in welchem Land die Nummer registriert wurde und ob es gemeinsame Gruppen gibt. Eine weit entfernte Ländervorwahl bei einem „Familienmitglied“ oder einer „Firma aus der Gegend“ ist schon für sich verdächtig.
- Im Chat auf den Namen oder die Nummer tippen, um die Kontaktinfo zu öffnen.
- Unten befinden sich die Optionen zum Blockieren und Melden; beim Blockieren lässt sich „An WhatsApp melden“ zusätzlich ankreuzen. Bei einer Meldung erhält WhatsApp die letzten fünf Nachrichten des Absenders, der Absender wird nicht benachrichtigt.
- Vorher am besten Screenshots des Gesprächs machen, da sie für eine Meldung nötig sein können.
- Wurden Geld oder Kartendaten preisgegeben, sofort die Bank anrufen; außerdem kann Anzeige bei der Polizei erstattet werden.
Wenn es nicht klappt
Ein Bekannter hat seltsam um Geld gebeten. Wurde er gehackt?
Wahrscheinlich, oder jemand schreibt mit seinem Namen und Profilbild von einer neuen Nummer. Am besten auf anderem Weg, etwa telefonisch, Bescheid geben und auf die Bitte nicht eingehen.
Kann WhatsApp anrufen, um das Konto zu überprüfen?
Nein. WhatsApp fragt weder telefonisch noch per Nachricht nach Codes, Passwörtern oder Kartendaten.
Reicht es, den Betrüger zu blockieren?
Nach dem Blockieren kann er weder schreiben noch anrufen, aber die Meldung hilft WhatsApp, das Konto auszuschließen. Gruppen lassen sich nicht blockieren; sie müssen verlassen werden und können gemeldet werden.
Gibt es solche Betrugsmaschen auch in anderen Apps?
Ja, die Muster sind ähnlich: Häufige Betrugsmaschen im Messenger, Häufige Betrugsmaschen auf Instagram.