Warum ist die Reichweite der Beiträge eingebrochen? Shadowban und Kontostatus
Bekommen Beiträge und Reels plötzlich deutlich weniger Aufrufe, vermuten viele einen „Shadowban“: dass Instagram die Inhalte heimlich versteckt. Einen geheimen Bann gibt es nicht, wohl aber eine reale, überprüfbare Einschränkung: Inhalte oder das ganze Konto können aus den Empfehlungen fallen, sodass nur noch die Follower sie sehen. Ob das der Fall ist, zeigt das Menü „Kontostatus“.
In diesem Artikel
Symptom: weniger Aufrufe, vor allem von Nicht-Followern
Instagram zeigt Inhalte zuerst einem Teil der Follower und empfiehlt gut laufende Beiträge dann auch Personen, die dem Konto nicht folgen (auf der Entdecken-Seite, im Reels-Feed, in der Suche). Entspricht ein Konto oder ein Inhalt nicht den Empfehlungsrichtlinien, entfällt dieser zweite Schritt: Die Follower sehen ihn weiterhin, neue Zuschauer kommen aber kaum hinzu. Umgangssprachlich heißt das Shadowban. Der Unterschied: Instagram zeigt diese Einschränkung an, und es ist ein Einspruch möglich.
Wo es sichtbar ist: der „Kontostatus“
- In der App unten rechts auf das Profilbild und dann oben rechts auf das Menüsymbol (drei Striche) tippen.
- In der Einstellungsliste den Punkt „Kontostatus“ öffnen (im unteren Teil der Liste, in der Gruppe „Weitere Informationen und Support-Möglichkeiten“).
- Der Bildschirm zeigt entfernte Inhalte, Inhalte, die Nicht-Followern nicht empfohlen werden können, und Features, die nicht genutzt werden können; hier lässt sich auch eine Überprüfung beantragen. Gibt es kein Problem, zeigt das ein grüner Haken.
- Ein Tipp auf einen Eintrag zeigt den Grund (um welche Richtlinie es geht); dort sind auch der Einspruch oder das Bearbeiten bzw. Löschen des Inhalts möglich.
- Den Grund beim Eintrag lesen
- Bearbeiten, löschen oder Einspruch einlegen
- Nach einer Zeit ohne Verstöße wieder normal
- Statistiken: Anteil Follower und Nicht-Follower
- Zeitpunkt, Format und Thema prüfen
- Externe Apps und Automatisierung ausschließen
Was kann eine echte Einschränkung auslösen?
- Verstoß gegen die Gemeinschaftsrichtlinien: Entfernt Instagram einen Inhalt, kann das Konto eine Zeit lang nicht empfohlen werden. Wiederholte Verstöße können zu Funktionseinschränkungen oder zur Suspendierung des Kontos führen: Instagram-Konto deaktiviert oder suspendiert.
- Empfehlungsrichtlinien: Manche Inhalte verstoßen gegen keine Regel, werden aber nicht empfohlen, etwa Grenzfälle, irreführende oder auf Klicks ausgelegte Beiträge, gesundheitliche Falschinformationen oder von anderen übernommene, ohne eigenen Beitrag erneut gepostete Videos.
- Musik- und Urheberrechte: Bei geschützter Musik kann der Ton stummgeschaltet werden, das Video in manchen Ländern nicht erscheinen oder aus den Empfehlungen fallen. Die sichere Lösung ist die eigene Musikbibliothek von Instagram.
- Massenhaftes Folgen, Liken, Kommentieren: Schnelle, sich wiederholende Aktionen kann Instagram als Automatisierung werten und vorübergehend einschränken (zum Beispiel das Folgen oder Kommentieren). Das kann einige Stunden bis einige Tage dauern.
- Externe Apps und gekaufte Interaktionen: Automatisierungsdienste, die im Namen des Kontos agieren, und gekaufte Follower gelten als unechte Interaktion. Details: Follower kaufen, Konten verkaufen, „Gratis-Follower“-Seiten.
Lösung, wenn der „Kontostatus“ ein Problem meldet
- Beim betroffenen Eintrag lesen, auf welche Richtlinie sich Instagram beruft.
- Ist die Entscheidung falsch, beim Eintrag Einspruch einlegen; das Ergebnis erscheint am selben Ort.
- Ist die Entscheidung berechtigt, den Inhalt bearbeiten (zum Beispiel die Musik austauschen) oder löschen.
- Den Zugriff aller externen Apps widerrufen und, falls eine davon das Passwort erhalten hat, auch das Passwort in der Kontenübersicht unter „Passwort und Sicherheit“ ändern.
- Ohne neue Verstöße wird das Konto nach einiger Zeit wieder empfehlbar; auch das zeigt der „Kontostatus“ an.
Wenn keine Einschränkung besteht: normale Schwankung
Ist im „Kontostatus“ alles in Ordnung, ist der Rückgang fast immer natürlich. In den Statistiken professioneller Konten (Creator- oder Unternehmenskonten) ist zu sehen, wie viele Aufrufe von Followern und wie viele von Nicht-Followern kamen; daran lässt sich erkennen, wo die Zahl gesunken ist. Häufige Gründe:
- ein früherer Beitrag wurde außergewöhnlich oft empfohlen, im Vergleich dazu wirkt jeder folgende schwächer;
- Thema, Format oder Veröffentlichungszeitpunkt passen weniger zum Publikum;
- ein Teil der Follower ist inaktiv oder gekauft und reagiert nicht;
- saisonale Effekte: An Feiertagen, im Sommer oder bei großen Ereignissen schauen alle weniger oder anderes;
- das Empfehlungssystem ändert sich gelegentlich, und auch Instagram sagt, dass massenhaft eingesetzte Hashtags die Reichweite nicht wesentlich steigern.
Wenn es nicht klappt
Benachrichtigt Instagram, wenn mein Inhalt nicht empfohlen werden kann?
Bei einer Entfernung meist ja, per Benachrichtigung oder im Menü „Kontostatus“. Der Ausschluss aus den Empfehlungen ist meist nur im „Kontostatus“ sichtbar, deshalb bei einem Rückgang zuerst dort nachsehen.
Hilft es, den Beitrag zu löschen und erneut zu veröffentlichen?
Zeigt der „Kontostatus“ nichts an, verbessert das die Reichweite nicht, und mehrfaches erneutes Posten kann wie doppelter Inhalt wirken. Zeigt er etwas an, den regelwidrigen Teil (zum Beispiel die Musik) austauschen.
Ist der „Kontostatus“ auch bei privaten Konten sichtbar?
Ja, der „Kontostatus“ ist bei allen Konten verfügbar. Die detaillierte Reichweitenstatistik (Anteil Follower und Nicht-Follower) gibt es dagegen nur für professionelle Konten; zum Wechsel: Instagram-Profil einrichten.