Gmail-Anmeldung im Ausland: wenn der SMS-Code nicht ankommt
Bei einer Anmeldung aus einem neuen Land oder von einem neuen Gerät verlangt Google oft eine zusätzliche Bestätigung. Wird dabei ein SMS-Code erwartet, scheitert die Anmeldung auf Reisen leicht: Das ausländische Netz stellt die Nachricht verspätet oder gar nicht zu, oder die SIM-Karte aus dem Heimatland steckt nicht im Smartphone. Zum Glück ist die SMS nur eine von mehreren Methoden, und einige davon kommen ganz ohne Mobilfunknetz aus.
In diesem Artikel
Warum verlangt Google im Ausland eine Bestätigung?
Google achtet darauf, von wo und mit welchem Gerät die Anmeldung erfolgt. Kommt die Anfrage aus einem anderen Land, von einem neuen Computer, vom Rechner eines Hotels oder Internetcafés oder über ein VPN, prüft Google laut Hilfe mit einem zusätzlichen Schritt, ob sich wirklich der Inhaber anmeldet. Das kann auch passieren, wenn die Bestätigung in zwei Schritten nicht aktiviert ist. Auf dem bereits angemeldeten eigenen Smartphone oder Laptop funktioniert Gmail meist auch im Ausland problemlos weiter, deshalb lohnt es sich unterwegs selten, sich abzumelden.
Symptome, Ursachen und Lösungen
- Die SMS kommt verspätet oder gar nicht an. Ursache: Die Zustellung hängt vom Mobilfunkanbieter und vom Land ab und ist im Roaming oft langsamer; laut Google kann der SMS-Versand bei ungewöhnlichen Anmeldungen auch gesperrt werden. Lösung: Nur einmal einen neuen Code anfordern und immer den letzten eingeben; häufiges erneutes Anfordern kann es weiter verzögern. Besser eine andere Methode wählen.
- Die SIM-Karte aus dem Heimatland steckt nicht im Smartphone, oder Roaming ist ausgeschaltet. Ursache: Bei einer lokalen oder Reise-SIM bzw. einer Daten-eSIM erreicht eine SMS an die Heimatnummer das Gerät nicht. Lösung: In einem Dual-SIM-Smartphone die Heimat-SIM eingeschaltet lassen (die Daten können über die lokale Karte laufen) oder eine Bestätigungsmethode ohne SMS wählen.
- Google bietet einen Anruf an, der aber nicht angenommen werden kann. Ursache: Ohne Empfang kann der Code als Sprachnachricht auf der Mailbox landen. Lösung: eine andere Bestätigungsmethode wählen.
- Die Aufforderung von Google kommt auf dem Smartphone nicht an. Ursache: Das Smartphone hat kein Internet, „Bitte nicht stören“ ist aktiv, oder das Konto ist auf dem Smartphone nicht angemeldet. Lösung: mit einem WLAN verbinden, „Bitte nicht stören“ ausschalten und dann auf dem Gerät, auf dem die Anmeldung läuft, „Erneut senden“ wählen.
- Laut Google lässt sich der Inhaber nicht bestätigen. Ursache: zu viele neue Umstände auf einmal (neues Land, neues Gerät, neues Netzwerk). Lösung: Es von einem bereits angemeldeten eigenen Gerät aus versuchen, ohne VPN; ist keines zur Hand, gelingt es nach der Heimkehr von einem gewohnten Ort aus am leichtesten.
Bestätigungsmethoden ohne SMS
Auf dem Anmeldebildschirm zeigt „Andere Option wählen“, welche Methoden für das Konto verfügbar sind. Angezeigt werden nur die, die der Inhaber vorher eingerichtet hat.
- Aufforderung von Google: Die Frage auf dem angemeldeten Smartphone mit „Ja“ beantworten; bei einer Anmeldung von einem ungewöhnlichen Ort kann Google auch eine Zahl verlangen, die auf beiden Bildschirmen übereinstimmen muss. Dafür ist kein Mobilfunknetz nötig, nur Internet – Hotel-WLAN genügt.
- Passkey: Ein auf dem Smartphone oder Laptop gespeicherter Schlüssel, der mit Fingerabdruck, Gesicht oder PIN entsperrt wird. An einem fremden Computer nach „Andere Option wählen“ und „Passkey verwenden“ den angezeigten QR-Code mit dem Smartphone scannen; dafür ist auf beiden Geräten Bluetooth nötig.
- Google Authenticator: Die Codes erzeugt das Smartphone selbst, auch ohne Netz. Nur bei aktivierter Bestätigung in zwei Schritten nutzbar und vor der Abreise einzurichten.
- Back-up-Codes: zehn achtstellige Codes, jeder nur einmal verwendbar, die auf Papier oder in einer sicheren Datei mitreisen können. Bei aktivierter Bestätigung in zwei Schritten lassen sie sich in den Sicherheitseinstellungen des Kontos erstellen.
- Sicherheitsschlüssel: ein physischer Schlüssel per USB oder NFC, der ebenfalls kein Mobilfunknetz braucht.
- E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung: Bei bestimmten Prüfungen kann Google auch dorthin einen Code senden, wenn ein anderes Postfach erreichbar ist.
Checkliste vor der Abreise
Die meisten Probleme im Ausland lassen sich vermeiden, wenn die Einstellungen vor der Reise zu Hause am gewohnten Gerät erledigt werden. Laut Google-Hilfe kann es bis zu sieben Tage dauern, bis Änderungen an Wiederherstellungs- und Anmeldedaten in allen Situationen gelten, deshalb am besten mindestens eine Woche vor der Abreise beginnen.
- Auf myaccount.google.com/security prüfen, ob Telefonnummer und E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung stimmen und erreichbar sind.
- Auf dem Smartphone im Google-Konto anmelden (unter Android im System, auf dem iPhone in der Gmail- oder Google-App) und testen, ob die Aufforderung von Google ankommt.
- Auf myaccount.google.com/signinoptions/passkeys einen Passkey erstellen.
- Bei aktivierter Bestätigung in zwei Schritten die Back-up-Codes herunterladen oder ausdrucken und getrennt vom Smartphone aufbewahren.
- Steckt auf der Reise eine lokale SIM-Karte im Smartphone, auch Google Authenticator einrichten.
- Beim Mobilfunkanbieter nachfragen, ob Roaming und SMS-Empfang im Zielland funktionieren.
- Auf den Geräten, die unterwegs genutzt werden (Laptop, Tablet), noch zu Hause anmelden.
An fremden Computern und in öffentlichen WLANs
- An Hotel- oder Internetcafé-Rechnern ein privates Fenster (Inkognito) verwenden und das Passwort nicht speichern.
- Bietet der Browser es an, den Computer nicht als vertrauenswürdig markieren („Auf diesem Computer nicht mehr fragen“).
- Nach der Nutzung abmelden; wurde das vergessen, lässt sich der fremde Rechner über die Geräteliste des Google-Kontos auf dem eigenen Smartphone aus der Ferne abmelden.
- Mit VPN kann der Anmeldeort noch ungewöhnlicher wirken. Hakt die Bestätigung, das VPN für die Dauer der Anmeldung ausschalten.
- Ein Teil der E-Mails, die unterwegs als „Sicherheitswarnung“ eintreffen, ist Betrug. So lassen sie sich erkennen: Häufige Betrugs-E-Mails in Gmail und wie sie sich erkennen lassen.
Wenn die Anmeldung endgültig scheitert
Google kann telefonisch oder per E-Mail keine Ausnahme machen und bietet keine telefonische Kontowiederherstellung an. Funktioniert keine der Bestätigungsmethoden, die Wiederherstellung auf accounts.google.com/signin/recovery durchlaufen: Gmail-Passwort vergessen: So lässt es sich zurücksetzen. Aus dem Ausland ist das schwieriger, weil Google auch das gewohnte Gerät und den gewohnten Ort berücksichtigt; oft klappt es nach der Heimkehr von zu Hause aus. Wurde ein Smartphone gestohlen oder ist es verloren gegangen, muss auch die Sicherheit des Kontos gewährleistet werden: Gmail-Konto gehackt: die ersten Schritte.
Wenn es nicht klappt
Ist Roaming nötig, um sich im Ausland bei Gmail anzumelden?
Nicht unbedingt. Die Aufforderung von Google, Passkeys, Google Authenticator und Back-up-Codes funktionieren ohne Mobilfunknetz, auch über WLAN. Roaming ist nur nötig, wenn die Anmeldung per SMS-Code oder Anruf erfolgen soll.
Was tun, wenn an die Heimatnummer keine SMS kommt, das Smartphone aber angemeldet ist?
Auf dem Gerät, auf dem die Anmeldung läuft, über „Andere Option wählen“ die Aufforderung von Google auswählen und sie auf dem Smartphone genehmigen. Dafür braucht das Smartphone eine Internetverbindung.
Wie lange ist ein Back-up-Code gültig?
Er läuft nicht ab, aber jeder Code ist nur einmal verwendbar. Erstellt der Inhaber eine neue Codeliste, wird die alte ungültig.
Lässt sich im Ausland eine lokale Telefonnummer im Konto hinterlegen?
Ja, aber nur im angemeldeten Zustand, und die Änderung gilt nicht immer sofort: Laut Google können Änderungen bis zu sieben Tage dauern, und von einem ungewöhnlichen Ort aus ist die Änderung nicht immer erlaubt. Deshalb sollte das vor der Abreise erledigt werden.
Das Smartphone wurde auf der Reise gestohlen. Was ist zu tun?
Von einem anderen Gerät aus in der Geräteliste des Google-Kontos das verlorene Smartphone abmelden und das Passwort ändern. Bei der Anmeldung helfen Back-up-Codes, ein auf einem anderen Gerät gespeicherter Passkey oder ein beim Mobilfunkanbieter angeforderter SIM-Tausch.